Marina Ujlaki im Gespräch mit Heike Schrader, sportliche Leiterin und Vorstandsfrau im Schwimmverein Delphin 1990. Das Interview ist im Wochenspiegel erschienen.

"Sie ist das Herz unseres Vereins", sagt Udo Großer, Vorsitzender des Ludwigsfelder Schwimmvereins "Delphin 1990 " e.V. über Heike Schrader. Als sportliche Leiterin kümmert sich die 55jährige unter anderem um Trainingszeiten, Wettkämpfe,Veranstaltungen, den Zusammenhalt im Verein, die großen und kleinen Sorgen der Mitglieder. Sie selbst sagt von sich "Schwimmen ist mein Leben".

Wochenspiegel: Als sportliche Leiterin eines Vereins mit ca. 200 Kindern und etwa 100 Erwachsenen haben Sie sicher viel um die Ohren und tragen viel Verantwortung für andere. Gehen Sie selbst auch gern Schwimmen?

Heike Schrader: Unbedingt, so viel Zeit muss sein. Mindestens zweimal in der Woche ziehe ich selbst meine Bahnen im Wasser. Wenn das aus irgendwelchen Gründen mal nicht klappt, fehlt mir was. Schwimmen ist mein Leben. Das war schon als Kind so. Ich bin in Ludwigsfelde aufgewachsen. Und als 1973 die neue Schwimmhalle in der Potsdamer Straße aufgemacht hat, war ich als Neunjährige gleich Stammgast. Diese Halle war damals eine Besonderheit in Ludwigsfelde und ein typischer Bau der 70-er Jahre. In der Sektion Schwimmen der BSG Motor Ludwigsfelde habe ich schon zu dieser Zeit regelmäßig trainiert und bin dann auf die Sportschule nach Luckenwalde gekommen. Mit Schwimmen als Hauptfach hatte ich ja gar kein Problem, obwohl das bei täglich sechs bis acht Stunden Schwimmtraining schon wie ein voller Arbeitstag war.

Wochenspiegel: Trotzdem sind Sie in all den Jahren dem Schwimmen treu geblieben.

Heike Schrader: Von kurzen Unterbrechungen mal abgesehen, ja. Vor dem Abitur habe ich als Übungsleiterin begonnen und beispielsweise Mädchen und Jungen im Alter von sieben oder acht Jahren trainiert. Zunächst war das bei Turbine Ludwigsfelde, seit 1991 beim Ludwigsfelder Schwimmverein "Delphin 1990" e.V. Selbst mein Mann wusste, dass er nicht nur mich, sondern auch das Schwimmen heiratet.

Wochenspiegel: Für Ihr Engagement in diesem Verein wurden Sie voriges Jahr mit dem Bürgerpreis der Stadt geehrt?

Heike Schrader: Das kam für mich total überraschend und ich habe mich riesig gefreut. Ich empfinde es auch als Dankeschön für die viele Freizeit, die ich einbringe. Inzwischen bin ich sportliche Leiterin des Vereins. Dreimal in der Woche Training, die Begleitung meiner Schützlinge zu Wettkämpfen hier in Ludwigsfelde oder anderswo, selbst Veranstaltungen organisieren, Vorstandssitzungen, Übungsleiterberatungen, da kommt schon einiges zusammen. Aber ich liebe diesen familiären Zusammenhalt im Verein. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist zwar anstrengend, hält aber jung. Und es ist ein guter Gegenpol zur täglichen Büroarbeit im Job. Inzwischen haben wir etwa 200 Kinder im Verein und können nur noch mit Wartezeiten neue Mitglieder aufnehmen. So fehlen uns Übungsleiter, da geht es uns wie anderen Sportvereinen. Auch der Schwimmkurs für die Kleinsten ist schon ausgebucht.